April 2026
Hier geht es zur Hörprobe des Monats April 2026
Liebe Freundinnen und Freunde der Erzählkunst,
der April ist ein Monat des Aufbruchs. Die Tage werden heller, die Luft trägt den ersten warmen Hauch des Frühlings, und mit Ostern zieht eine leise, aber kraftvolle Botschaft durch die Welt: die des Neubeginns. Ostern erzählt vom Wandel, vom Übergang, von Hoffnung. Und genau darin liegt eine wunderbare Verbindung zum Reisen. Denn jede Reise beginnt mit einem kleinen Aufbruch ins Unbekannte. Sie fordert Mut, schenkt neue Perspektiven und lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen. So wie die Ostergeschichte von einem Weg erzählt, der durch Dunkelheit ins Licht führt, so tragen auch unsere Reisen die Möglichkeit in sich, uns selbst ein Stück näherzukommen.
Märchen sind seit jeher die stillen Begleiter solcher inneren und äußeren Reisen. Sie führen uns in ferne Länder, zu fremden Kulturen, in geheimnisvolle Wälder und über weite Meere. Und doch erzählen sie überall auf der Welt von ganz ähnlichen Hoffnungen, Ängsten und Träumen. Ob im Norden, Süden, Osten oder Westen – die Geschichten verbinden Menschen über Grenzen hinweg, jenseits von Sprache, Herkunft oder politischem Geschehen.
Gerade in einer Zeit, in der vieles trennt, erinnern uns Märchen daran, was uns verbindet: die Sehnsucht nach Glück, die Suche nach Sinn, der Glaube an das Gute. Sie sind wie unsichtbare Brücken zwischen den Kulturen.
Mit dem April beginnt auch die Reisezeit – nicht nur im klassischen Sinne, sondern auch hier, auf dieser Seite. In diesem Monat führt uns unsere erste Geschichtenreise nach Russland, in eine Welt voller geheimnisvoller Wälder, kluger Heldinnen und zauberhafter Wesen. Gemeinsam tauchen wir in die Märchen dieses Landes ein und lassen uns von ihrer besonderen Atmosphäre verzaubern.
Und dies ist erst der Anfang: Von nun an wird uns jeden Monat eine neue Geschichtenreise in ein anderes Land führen. Wir werden gemeinsam Märchen entdecken, die dort ihren Ursprung haben, und uns von ihrer Magie tragen lassen.
Vielleicht sind es gerade diese kleinen literarischen Reisen, die uns zeigen, dass wir uns gar nicht so fern sind, wie es manchmal scheint.
Lasst uns also aufbrechen – mit offenen Herzen und neugierigen Gedanken. Der April ist erst der Anfang.
Seid herzlichst gegrüßt
Eure

März 2026
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Liebe Freundinnen und Freunde der Erzählkunst,
schöne März-Gedanken, frei nach James Krüss, sind mir begegnet und mehr Worte braucht es nicht.
Es krokusset und es primelt
im Garten und am Bach.
Ein Spatzenpaar verkrümelt
sich selig unters Dach.
Nun wird sich alles wenden:
Das Wetter und das Kleid.
Es duftet allerenden
nach Frühjahrsreinlichkeit.
Nun reimt sich westlich - östlich
so mancherlei auf „Lieb“,
sogar – und das ist tröstlich –
das kleine Wort: Vergib!
Nun küsst der Wal die Walin,
die Nerzin küsst den Nerz,
ein Herr küsst die Gemahlin,
Krokusse küsst der März.
Seid herzlichst gegrüßt
Eure

Februar 2026
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Liebe Freundinnen und Freunde der Erzählkunst,
im Winter stehen die Bäume still da, als hätten sie den Atem angehalten. Ihre Äste sind kahl, ihre Kronen schweigen, und doch schlafen sie nicht. Tief unter der gefrorenen Erde wachen ihre Wurzeln und hüten ein Versprechen: den kommenden Frühling.
In Märchen ist der Winter niemals das Ende. Er ist eine Prüfung, eine Zeit der Ruhe, in der die Welt innehält. Die Bäume tragen diese Zeit mit Würde. Sie lassen los, was nicht bleiben kann, und bewahren ihre Kraft im Verborgenen. Unter Schnee und Eis sammeln sie Licht, Erinnerung und Hoffnung.
Wenn der Wind durch ihre nackten Zweige streicht, klingt es wie ein leises Flüstern alter Geschichten. Geschichten von Knospen, die noch unsichtbar sind, von Blättern, die bereits davon träumen, wieder grün zu werden. Die Bäume wissen: Geduld ist eine Form von Magie.
In den langen Winternächten stehen sie wie Wächter am Rand der Märchenwelt. Sie beschützen das Verborgene, halten die Träume der Erde warm und erinnern daran, dass selbst die tiefste Kälte das Leben nicht besiegen kann. Jede Eiche, jede Birke, jede Weide trägt den Frühling bereits in sich.
Und dann – fast unmerklich – verändert sich etwas. Die Tage werden heller, der Frost verliert seine Schärfe, und in den Zweigen regt sich ein leises Erwachen. Die Bäume strecken sich dem Licht entgegen, noch vorsichtig, aber voller Zuversicht. Der Frühling ist nicht da, aber er ist nah.
Vielleicht lehren uns die Bäume gerade jetzt am meisten. Dass Hoffnung auch im Stillstand wächst. Dass Neubeginn Zeit braucht. Und dass nach jedem Winter ein Märchen weitergeht.
Wer in diesen Tagen einen Baum betrachtet, sieht vielleicht nur kahle Äste. Doch wer genau hinschaut, erkennt: Der Frühling hört bereits zu.
Seid herzlichst gegrüßt
Eure

Dezember 2025/Januar 2026
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Liebe Freundinnen und Freunde der Erzählkunst,
der Winter hat eine besondere Art, uns einzuladen, still zu werden. Wenn die Tage kurz sind und das Licht sich früh verabschiedet, beginnen unsere Gedanken wieder zu wandern – hinaus in ferne Welten, hinein in alte Sagen, durch verschneite Wälder und über funkelnde Sternenpfade.
Für mich als Märchen- und Geschichtenerzählerin sind der Dezember und der Januar eine Zeit, in der Geschichten fast von selbst in die Luft steigen. Sie hängen zwischen den Schneeflocken, flüstern im Knistern der Kerzen und klopfen leise an unsere Herzen: „Hör zu. Lass dich verzaubern.“
Auch in diesen beiden Monaten möchte ich euch eine neue kleine Reise schenken. Vielleicht hört ihr sie eingekuschelt mit einer warmen Tasse Tee. Vielleicht auf einem Spaziergang, wenn eure Schritte durch die Kälte knirschen. Oder spät am Abend, wenn die Welt draußen ruht und nur die Fantasie noch wach ist.
Ich lade euch ein, in den Winter hinein zu lauschen. Möge jede Geschichte Wärme schenken, ein Lächeln wecken und euch daran erinnern, dass in der dunkelsten Zeit das Erzählen am hellsten leuchtet.
Ich wünsche euch ein lichtvolles Jahresende und einen wunderbaren Start in ein neues, geschichtenreiches Jahr.
Eure
